Ohrenschmerzen Behandlung

Diagnose

Meist kann der Arzt schon durch die oben beschriebenen Symptome eine Diagnose stellen. Der Blick mit einem Ohrtrichter ins Ohr bestätigt ihm diesen Verdacht. Er sieht eine Veränderung des Trommelfells und eventuell eitrige Absonderungen im äußeren Gehörgang.

Therapie

Die drei Säulen der Behandlung von Mittelohrentzündungen sind Antibiotika, Schmerzmittel und abschwellende Nasentropfen. Antibiotika sind Medikamente die Bakterien bekämpfen können. Der Arzt wird Sie über die Nebenwirkungen aufklären, ebenso sind diese in der Verpackungsbeilage aufgeführt. Typische Symptome der Antibiotikabehandlung sind vor allem Durchfall und Übelkeit, da auch Darmbakterien durch die Behandlung abgetötet werden. Auch Allergien können bei allen Arten von Antibiotika vorkommen. Die Behandlung verläuft in aller Regel über fünf Tage hinweg und bewirkt vor allem eine rasche Abnahme der Schmerzen. Zudem verhindert eine ausreichende Antibiotikatherapie das Auftreten von Komplikationen. Neben den Schmerzmitteln werden meist auch noch abschwellende Nasentropfen verwendet.

Nasentropfen bei Ohrenschmerzen

Der Grund liegt in der oben beschriebenen Ohrtrompete, die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet. Verabreicht man Nasentropfen, so schwillt diese Ohrtrompete ab und eine ausreichende Belüftung bewirkt das Abheilen der Entzündung. Das Mittelohr ist vom äußeren Gehörgang durch das Trommelfell abgedichtet. Ohrentropfen können daher nicht bis ins Mittelohr vordringen.

Eine Mittelohrentzündung verschwindet in den allermeisten Fällen so rasch wie sie gekommen ist. Komplikationen sind bei einer Mittelohrentzündung selten, sind dann aber nicht selten gefährlich. Vermehrt treten solche Entzündungen bei ungenügender oder nicht stattgefundener Therapie auf, weshalb die Einnahme von Antibiotika immer noch empfohlen wird. An Komplikationen gibt es die Entzündung des Warzenfortsatzes hinter dem Ohr, eine Mitbeteiligung des Innenohrs mit Innenohrschädigung, oder Abszesse im Bereich des Gehirns, der Gehirnhäute oder der Gehirngefäße. Zudem kann es zu einer Schädigung des Gesichtsnerven (Nervus Fazialis) kommen.

Chronische Mittelohrentzündung

Tritt eine Mittelohrentzündung mehr als sechsmal pro Jahr auf, spricht der Arzt von einer rezidivierenden Mittelohrentzündung (rezidivierende Otitis media). In einem solchen Fall kann eine Operation sinnvoll sein, wobei dabei die Rachenmandeln (Adenoide) entfernt und ein kleines Metallröhrchen (Paukenröhrchen) ins Trommelfell eingelegt wird. Dadurch wird versucht die Hauptursache, eine gestörte Funktion der Ohrtrompete, zu beeinflussen. Zusätzlich werden in Absprache mit dem Kinderarzt möglichst alle gegen Bakterien verfügbaren Impfungen durchgeführt. Dazu zählen Impfungen gegen Pneumokokken und Hämophilus Influenza. Eventuell wird sich der behandelnde Arzt auch zu einer länger dauernden Antibiotikatherapie entschließen.