Schwindel

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Definition

Der Schwindel stellt selbst ein Symptom dar.Schwindel ist eine subjektiv gestörte Orientierung des Körpers im Raum. Es besteht das Gefühl, dass sich Körper bzw. Umwelt bewegen. Sichtbares Symptom des Schwindels ist das Augenzittern (Nystagmus). Diffuser Schwindel äußert sich in Schwarzwerden vor den Augen, Unsicherheit oder Schwäche.Schwindel ist oft gekoppelt an weitere Beschwerden wie Übelkeit, Brechreiz und Gleichgewichtsstörungen. Letztere führen zu Taumeln, Unsicherheit beim Gehen und Bewegungsstörungen.

Symptome

Schwindel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein neurologisches Symptom - das häufigste neben Kopfschmerzen. Der Schwindel kann von Übelkeit, Erbrechen, Nystagmen (Augenzittern), Schweißausbrüchen und Schwarzsehen begleitet sein.

Unter Schwindel versteht man ein unangenehmes Empfinden, das durch eine Störung des Gleichgewichtsorganes oder durch eine Störung in der Zusammenarbeit der verschiedenen Sinne (Auge, Gleichgewichtsapparat und Tiefenwahrnehmung) ausgelöst wird. Es äußert sich in einer Scheinbewegung der Umwelt oder einer scheinbaren Selbstbewegung, was zu Gleichgewichtsstörungen und einem Orientierungsverlust im Raum führt. Je nach Auslöser des Schwindels unterscheidet man zwischen systematischem und asystematischem Schwindel.

Systematischer Schwindel

Eine Erkrankung oder Störung des Gleichgewichtsorganes (Vestibulum) im Innenohr ist meistens die Ursache für einen systematischen Schwindel. Als Folge davon erhält das Kleinhirn unvollständige Informationen über den Gleichgewichtszustand des Körpers und reagiert meist mit Dreh- oder Schwankschwindel. Beim Drehschwindel nimmt der Patient eine scheinbare Drehbewegung der Umwelt und des eigenen Körpers wahr, was oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. Je nach Dauer der Schwindel-Symptome werden ein Anfallschwindel und ein Dauerschwindel unterschieden.

Der Benommenheits- oder Schwankschwindel gibt dem Patienten das Gefühl, als ob der Boden schwanke und führt zu Stand- und Gangunsicherheiten. Übelkeit und Erbrechen sind bei dieser Schwindelform eher selten.
Eine weitere Form von systematischem Schwindel ist der so genannte gutartige Lagerungsschwindel («Kopflage-Schwindel»), der vor allem bei älteren Patienten (zwischen 60 und 80 Jahren) auftritt. Er ist immer mit einer Lageänderung des Kopfes verbunden (Drehen im Bett, rasches Aufsitzen etc.) und äußert sich durch kurze und heftige Schwindelattacken mit Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüchen und Angstgefühl.

Asystematischer Schwindel

Schwindelsymptome müssen nicht immer in einer Störung des Gleichgewichtsorgans begründet sein, sondern können auch Symptome anderer Grunderkrankungen sein (z.B. neurologische Störungen, niedriger oder hoher Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Migräne).
Auch psychische Erkrankungen wie Angsterkrankungen und Phobien oder starke psychische Belastungen können zu Schwindelanfällen (phobische Attackenschwindel) führen.
Wenn die Zusammenarbeit zwischen Auge, Gleichgewichtssinn und Tiefenwahrnehmung gestört ist, zum Beispiel auf einer Schiffsreise (Gleichgewichtssinn meldet aufrechte Position, Auge und Tiefenwahrnehmung melden aber Bewegung), dann können ebenfalls Schwindelanfälle, meist zusammen mit Übelkeit und Erbrechen, ausgelöst werden. In diesem Fall spricht man von visuellem oder physiologischem Schwindel (Reizschwindel).

Ursache

Schwindel tritt häufig als vorübergehendes Phänomen auf, z.B. nach schnellem Drehen, Karussell fahren oder Tanzen. Seine Ursachen können jedoch auch ernsthafterer Natur sein.

Krankhafter Schwindel
Zu den Ursachen von krankhaftem Schwindel zählen Ausfälle des Gleichgewichtsorganes zum Beispiel nach Schädelverletzungen oder Schädigungen im Gehirn. Diese können durch Infektionskrankheiten wie akute Mittelohr- oder Hirnhautentzündung, Tumore, Durchblutungsstörungen, aber auch Erkrankungen wie die Menière-Krankheit, Epilepsie oder Multiple Sklerose entstehen (systematischer Schwindel).
Weitere Ursachen für einen krankhaften Schwindel können ein zu niedriger oder Bluthochdruck, Migräne, Blutarmut, Unterzuckerung, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (z.B. Antidepressiva, Aminoglykoside), Alkoholmissbrauch oder Fieber sein (asystematischer Schwindel). Auch bei einem drohenden Schlaganfall kann starker Schwindel auftreten.

Physiologischer Schwindel
Die Ursachen von physiologischem Schwindel sind in Missempfindungen von Auge, Gleichgewichtsorgan und Tiefenwahrnehmung zu suchen. Beispiele sind die Seekrankheit, Autoreisekrankheit oder der Höhenschwindel.

Psychogener Schwindel
Dauert ein Schwindel über lange Zeit an - Monate oder gar Jahre -, ist die Ursache meist psychogen (seelisch bedingt). Das Kleinhirn lernt nämlich innerhalb weniger Wochen, für die Gleichgewichtsempfindung nur auf richtige Informationen zurückzugreifen und ignoriert die fehlerhaften Signale aus dem kranken Ohr.

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