Schlafapnoe / Schnarchen

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Definition

Das Schlafapnoe Syndrom gehört zu den Schlafstörungen. Das Syndrom ist durch Atempausen während der Nacht gekennzeichnet. Viele Schlafstörungen weisen eine psychische Komponente auf, viele Schlafstörungen sind aber auch durch körperliche Störungen bedingt. Ein typisches Symptom,
ist das Schnarchen. Unterbrochen wird das Schnarchen durch sekundenlange Atempausen, welche mit einem heftigen Atemzug als Reaktion auf den Sauerstoffmangel beendet werden. Das prognostisch wichtigste Kennzeichen ist die Apnoe. Die Apnoe ist eine Atempause, die im Falle des Schlaf Apnoesyndroms eine Dauer von 10 Sekunden übersteigt.
Prinzipiell unterscheidet man zwischen:
• Ein- und Durchschlafstörung (Insomnie)
• Störungen des Tag-Nacht Rhythmus
• Erhöhter Schlafzwang (Hypersomnie)

Die Einteilungen bezüglich der Schlafstörungen sind aber uneinheitlich. Es gibt eine Einteilung der American Sleep Disorders Association, die primäre Schlafstörungen von schlafstadienabhängigen Störungen und Schlafstörungen die durch andere, zum Teil sehr Krankheiten ausgelöst wird, unterscheidet. In diese Einteilung fallen alle Formen von Schlafstörungen, angefangen von psychogenen Schlafstörungen, über das Schlafapnoe Syndrom, bis hin zu Einschlafzuckungen, Sprechen im Schlaf, Schlafwandeln oder auch Schlafstörungen nach Infarkten, bei Depressionen oder Herz-Kreislauferkrankungen.
Aus Sicht der körperlichen Ursachen ist die Beziehung zwischen dem Schlaf und der Atmung wichtig. Da eine verminderte Atmung während des Schlafes das Risiko für Infarkt oder Schlaganfall erhöht, sind diese Schlafstörungen besonders wichtig. Die wichtigste Störung in diesem Zusammenhang ist das sogenannten Schlafapnoe Syndrom. Darunter versteht man das Sistieren der Atmung von mehr als 10 Sekunden während des Schlafes. Ursache ist eine Verengung der oberen Luftwege. Der Fachbegriff für eine Verengung lautet Obstruktion, weshalb der exakte Ausdruck obstruktives Schlafapnoe Syndrom - kurz OSAS - lautet. Die Atemstillstände führen zu einer Sauerstoff-Unterversorgung und reißen den Patienten immer wieder aus dem Schlaf, manchmal wird diese Reaktion vom Patienten gar nicht wahrgenommen.

Ursache

Das Schnarchen wird im Fachbegriff als Rhonopathie bezeichnet und entsteht durch die Schwingung der Rachenschleimhaut oder des weichen Gaumens während des Schlafes. Etwa gut ein Drittel aller über 65 jährigen Personen schnarcht. Nur in den wenigsten Fällen kommt es während des Schnarchens zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut. Die soziale Beeinträchtigung des Partners ist jedoch beträchtlich.
Nur wenn das Schnarchen im Zusammenhang mit dem Schlafapnoe Syndrom auftritt, besteht eine "echte Behandlungsbedürftigkeit". Es gelten dann die gleichen Empfehlungen wie beim Schlafapnoe Syndrom, nur das ein CPAP relativ selten eingesetzt wird. Eine UPPP oder eine andere "Schnarch OP" wurde oben beschrieben, deren Wirkung ist eher begrenzt und auf spezielle Fälle limitiert.

Wie der Name obstruktives Schlafapnoe Syndrom schon andeutet, handelt es sich um eine Verengung der oberen Atemwege. Der Pharynxschlauch kollabiert während der Atmung und löst einen Atemstillstand aus. Diese Kollabierung ist anatomisch gesehen nur an bestimmten Stellen der Atemwege möglich, da im Bereich der Nase, des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea) ein knorpeliges Stützgerüst ein kollabieren verhindert. Deshalb kommt es vor allem im Bereich von anatomischen Engstellen im Bereich des Rachens und des Gaumens zum kollabieren und zum Verschluss der Atemwege. Unter Tags in wachem Zustand ist der Tonus (die Spannung) der Rachenmuskulatur groß genug, eine Apnoe kann nicht vorkommen. In der Nacht ist bei den meisten Menschen die Spannung der Schlundmuskulatur ausreichend, damit es nicht zu einem Kollabieren der Muskulatur kommt. Die Ursachen für die Entstehung einer schlaffen Schlundmuskulatur sind vielfältig. Sie können entweder durch strukturelle, anatomische Veränderungen bedingt sein oder durch Störungen im Zentralen Nervensystem, da der Tonus der Muskulatur über das zentrale Nervensystem reguliert wird. Häufig findet man auch Mischformen aus strukturellen und zentralen Problemen.
Man unterscheidet nach der Urasche der OSAS zwischen strukturell-obstruktiven, zentralen und gemischten Apnoesyndrome. Durch Schäden im zentralen Nervensystem (ZNS) - dazu gehören Gehirn und Rückenmark - wird der Tonus der Muskulatur unzureichend "eingestellt". Die zentrale Apnoe resultiert meist aus neurologischen Schädigungen wie z.B. einem Hirnstamminfarkt oder im Rahmen einer Borreliose nach einem Zeckenbiss.
Die weitaus häufigste Form ist das strukturell-obstruktive und gemischte Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS). Strukturell-anatomische Veränderungen können z.B. Gaumenfehlbildungen, Tumoren, Polypen, Verkrümmungen der Nasenscheidewand, Vergrößerung der Zunge oder eine Nasenmuschelhyperplasie sein. Fehlbildungen im Bereich des Unterkiefers können ebenso eine Apnoesyndrom auslösen.
Bei Übergewicht findet man gehäuft das Auftreten eines Schlafapnoe Syndrom. Beim Konsum von Alkohol oder Schlafmitteln besteht die Erschlaffung der Atemmuskulatur vor allem in einer zentralen Atemstörung.

Symptome

Der Schlaf ist für den Patienten nicht erholsam. Die Atempausen und das Schnarchen werden vom Patient selbst nicht wahrgenommen sondern können nur über eine Fremdanamnese eruiert werden. Für den Patienten selbst ist auffällig eine Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung und der Gefahr des Sekundenschlafs. Die Gefahr des Sekundenschlafs kann eine Fahruntüchtigkeit zur Folge haben. Menschen mit einem unbehandelten Schlafapnoe Syndrom sollten deshalb weder gefährliche Maschinen bedienen noch Kraftfahrzeuge lenken.
Der Patient fühlt sich am Morgen wie gerädert, leidet unter Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Mundtrockenheit. Unter Tags kommt es zu Konzentrationsschwierigkeiten. Auch eine Impotenz kann eine Folge von Schlafapnoe Anfällen sein.
Neben den genannten Symptomen sind es vor allem die Folgeerkrankungen, die ein Schlafapnoesyndrom therapiebedürftig machen. Als Folge eines unbehandelten OSAS treten gehäuft Herz Kreislauferkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Bluthochdruck auf. Stressreaktionen wie das Auftreten von Magengeschwüren, Hörsturz oder Tinnitus kommen gehäuft vor. Immer häufiger wird auch ein Zusammenhang mit der Zuckerkrankheit diskutiert.

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