Ohrenschmerzen

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Definition
Ohrenschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom, das fast jeder Mensch kennt. Die Ursache ist meist eine Entzündung des äußeren Gehörganges oder des Mittelohres. Eher selten kommen andere Ursachen in Betracht, z.B. Verletzungen oder Tumorerkrankungen. Bei Kindern muss man auch immer an Fremdkörper im Ohr denken. Auch ein Rotlauf (Erysipel), der ebenfalls durch Bakterien ausgelöst wird, ist möglich.
Handelt es sich bei den Ohrenschmerzen um eine Entzündung, so muss der Arzt prinzipiell unterscheiden ob es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörganges oder um Entzündung des Mittelohres handelt. Ohrenschmerzen sind das typische Symptom bei einer Entzündung im äußeren Gehörgang. Diese Schmerzen am Ohr verstärken sich, wenn man am Ohr zieht oder ganz vorne am Gehörgangseingang auf den Knorpel drückt. Dieser knorpelige Teil am Eingang des Gehörganges wird Tragus genannt, weshalb dieses Symptom vom Facharzt als Tragus-Druckschmerz bezeichnet wird. Die Schmerzreaktion durch das Ziehen am Ohr und Drücken am Tragus hilft dem Arzt bereits, zu unterscheiden ob es sich um eine Mittelohrentzündung oder um eine Entzündung des äußeren Gehörganges handelt. Eine Mittelohrentzündung hat meist einen dumpfen, ziehenden Schmerz und dieser Schmerz verstärkt sich nur wenig wenn man am Ohr zieht oder auf den Tragus drückt.

Ursache
Während die Entzündung des äußeren Gehörganges meist im Sommer beim Baden auftritt und der Patient ansonsten gesund ist, findet man bei der Mittelohrentzündung häufig eine Erkältung oder Grippe, die gleichzeitig oder vor den auftretenden Schmerzen bestanden hat. Die Patienten mit Mittelohrentzündung zeigen häufig Fieber und Krankheitsgefühl, während bei einer Entzündung des äußeren Gehörganges vor allem die Schmerzen im Vordergrund stehen und Fieber nur vereinzelt auftritt.
Alleine aus der Befragung und der Schmerzcharakteristik kann der Arzt somit gute Rückschlüsse auf die Ursache der Ohrenschmerzen ziehen.

Die akute Mittelohrentzündung
Die akute Mittelohrentzündung gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Vor allem Kinder im Kindergartenalter sind häufig betroffen. Ursache sind meist Bakterien, oft kann aber auch im Rahmen einer viralen Erkältung oder einer Grippe zusätzlich eine bakterielle Infektion die Mittelohrentzündung auslösen.

Ursache
Ursache für eine Mittelohrentzündung sind Bakterien die vom Rachen aus ins Mittelohr über die Ohrtrompete einwandern. Die Ohrtrompete (Tuba auditiva) verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum. Sie ist notwendig um eine ausreichende Belüftung des Mittelohrs zu gewährleisten, ein Druckausgleich kann stattfinden, Sekret welches im Mittelohr gebildet wurde, kann abtransportiert werden und zudem schützt die Ohrtrompete das Mittelohr vor Infektionen. Bei Kindern bis zum siebten Lebensjahr ist die Funktion dieser Tube nicht vollständig ausgebildet, weshalb vor allem Kinder bis zu diesem Alter betroffen sind. Durch die Schutzimpfung selten geworden ist ein akute, schwer gewebszerstörende Mittelohrentzündung bei Masern. Diese befällt recht rasch das Trommelfell und die Gehörknöchelchen und löst dort starke Gewebsschädigungen aus, die nach dem Ablauf der Erkrankung chirurgisch saniert werden müssen.

Symptome
Typisch sind plötzlich auftretende, starke, meist einseitige Ohrenschmerzen. Zusätzlich bestehen meist noch Halsschmerzen als Zeichen einer Erkältung. Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl mit Schwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit sind weitere Zeichen. Auch Durchfall und Erbrechen können hinzu kommen. Bei Kindern erkennt man eine Mittelohrentzündung dadurch, dass sie die Hand ständig ans schmerzende Ohr halten. Beim betroffenen Ohr findet man immer auch eine Hörminderung. Manchmal kann es vorkommen, dass spontan ein Loch im Trommelfell entsteht und der Eiter kann ablaufen, was man als Ausfluss aus dem Ohr und einer deutlichen Schmerzreduktion erkennen kann.

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