Hörsturz Behandlung

Diagnose

Für die Diagnosestellung werden verschiedene Hörmessungen angewendet. 
Für die Diagnose wird unter anderem ein Audiogramm gemacht. Dabei werden dem Patienten via Kopfhörer verschieden hohe Töne vorgespielt, jeweils nur auf einer Seite, um jedes Ohr separat zu testen. Die verschiedenen Tonhöhen entsprechen den unterschiedlichen Schallfrequenzen. Ein vom Hörsturz Betroffener kann vor allem die mittleren und hohen Tonfrequenzen nicht mehr hören. Bei einer völligen Taubheit hört er gar keine Töne mehr.
Kommt ein Hörsturz mehrmals vor, muss an ein Akustikusneurinom gedacht werden. Dabei handelt es sich um eine gutartige Geschwulst jener Zellen, welche die Ohrnerven schützend umgeben. Durch die Geschwulst kann der Gleichgewichts- und Hörnerv (Nervus vestibulocochlearis) geschädigt werden. Dies äußert sich dann durch immer wiederkehrenden Hörsturz.
Bei Verdacht auf ein Akustikusneurinom kann ein MRI helfen, eine Geschwulst zu bestätigen oder auszuschließen.

Therapie

Da keine eindeutige Ursache für einen Hörsturz ausgemacht werden kann, ist eine gezielte Therapie schwierig. Die gute Nachricht: Vier Fünftel aller Fälle heilen von alleine.

Mit 80 Prozent ist der Anteil derer, bei denen der Hörsturz spontan (von alleine) heilt, sehr hoch. Trotzdem will man natürlich möglichst alle Patienten von den Folgen eines Hörsturzes befreien. Eine einzige Therapie, die vollen Erfolg verspricht, gibt es bisher nicht.

  • Als Standard-Therapie gilt eine Infusion mit spezifischen Substanzen. Sie hat das Ziel, die Mikrozirkulation (die Durchblutung in kleinen Gefässen, also auch im Innenohr) zu verbessern. Zudem gibt man Kortikosteroide (z.B. Kortison), welche allfällige Reaktionen des Immunsystems dämpfen. Dies für den Fall, dass der Hörsturz durch eine Autoimmunerkrankung zu Stande gekommen ist.
  • Bei einer Infektion mit Borrelien (eine Bakterienart) oder Viren wird der Erreger mit spezifischen Medikamenten (Antibiotika, Virustatika) bekämpft.
  • Ist der Hörsturz durch einen Riss im ovalen Fenster (einer Membran zwischen Mittel- und Innenohr) zu Stande gekommen, muss dieses operativ wieder verschlossen werden. Dabei klebt man das ovale Fenster mit Bindegewebe ab.
  • Da Stress und hohe psychische Belastung potenziell ebenfalls zu einem Hörsturz führen könnten, ist eine StressreduktionRauchstopp, da Nikotin ganz grundsätzlich schädlich für die Blutgefässe ist. durch eine Änderung der Lebensweise eventuell hilfreich. Für Raucher ist ein Hörsturz ein Grund mehr für den
  • Ganz allgemein kann man sagen, dass eine Therapie unabhängig von der Wahl des
    Medikamentes umso erfolgreicher ist, je früher damit begonnen wird. Die Behandlung
    sollte innerhalb von 24 Stunden starten. Dann stehen die Chancen gut, dass teilweise
    oder sogar vollständig eine Heilung auftritt.
  • Akustikusneurinom: Gutartige Geschwulst der Zellen, welche die Innenohrnerven
    umgeben. Kann durch Schädigung des Nervs einen Hörsturz verursachen.