Schwindel Behandlung

Diagnose
Wiederkehrender Schwindel ist ein Alarmsignal und sollte umgehend medizinisch abgeklärt werden.

Da es zahlreiche Arten von Schwindel gibt, bestehen auch dementsprechend viele verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten.
Eine sorgfältige Befragung des Patienten ist notwendig um den Schwindel einer der möglichen Schwindelarten zuordnen zu können. Wichtige Hinweise zur Unterscheidung kann das Vorkommen von Begleitsymptomen wie Erbrechen, Übelkeit, Ohrgeräuschen, Hörminderungen oder vorausgegangener Erkrankungen oder Infekten sein.
Meistens werden neben verschiedenen Test zur Beurteilung des Gleichgewichtsorgans (Vestibularapparat) auch Hörfähigkeits-Tests durchgeführt. Grund: Hör- und Gleichgewichtsorgan liegen im Gehirn unmittelbar benachbart. Sie nutzen zudem den gleichen Nerv, um Informationen weiterzuleiten. Wenn die Symptome auf eine zugrundeliegende Gehirnerkrankung schließen lassen (z.B. Hirntumoren oder Metastasen, Blutungen, Epilepsie etc.) muss die Diagnostik dementsprechend erweitert werden.

Therapie
Die Behandlung des Schwindels ist abhängig von der Ursache. Sie umfasst medikamentöse, physio- und psychotherapeutische und auch operative Maßnahmen. Im Vordergrund steht dabei die Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Morbus Menière oder Bluthochdruck).

Eine Vielzahl von Medikamenten (Antivertiginosa) können Schwindelsymptome lindern. Sie sind vor allem für die Behandlung von physiologischem Schwindel geeignet. Auch durchblutungsfördernde Mittel oder Medikamente, die Botenstoffe im Gehirn regulieren werden eingesetzt. Für eine Langzeit-Behandlung von Schwindelpatienten sind sie aber eher ungeeignet.

Bei bestimmten Schwindelerkrankungen wie zum Beispiel dem Lagerungsschwindel können mit physiotherapeutischen Maßnahmen gute Erfolge erzielt werden. Der Arzt oder Physiotherapeut führt gezielt Übungen durch, die zu Haltungsunsicherheiten des Patienten führen. Er versucht damit, die Gleichgewichtsreaktion des Patienten zu fördern.

Übungen gegen Lagerungsschwindel: Diese Übungen sollten Sie zuerst mit Ihrem Arzt besprechen. Führen Sie dann die Übungen dreimal täglich aus. Es kann sein, dass Sie einen leichten Lagerungsschwindel verspüren.

Schritt 1 Setzen Sie sich auf ein Bett. Drehen Sie den Kopf 45° zur rechten Seite.
Schritt 2 Legen Sie sich schnell auf den Rücken. Schultern auf dem Kissen, damit der Kopf leicht nach hinten fällt. Verharren Sie ca. 30 Sek.
Schritt 3 Kopf nicht anheben. Drehen Sie den Kopf nach links. Bleiben Sie ca. 30 Sek.
Schritt 4 Rollen Sie sich auf die Seite. Kopf geht mit (90° Winkel). Bleiben Sie ca. 30 Sek.
Schritt 5 Setzen Sie sich aus dieser Position auf.

Sie können danach die Übungen für die linke Seite in der genau gleichen Abfolge durchführen.

[Quelle: www.tinnitusklinik.de]

Mit Hilfe eines speziellen Gleichgewichtstrainings lassen sich natürliche Kompensationsvorgänge fördern. Ziel: Sturzrisiko reduzieren!
Gegen psychogenen Schwindel eignen sich psychotherapeutische Massnahmen wie Konfrontationstherapie, psychische Desensibilisierung oder Atemtherapie. Einigen Schwindelpatienten, die über Jahre immer wieder unter starken Schwindelanfällen leiden (z.B. bei Menière-Krankheit) können Hals-Nasen-Ohrenärzte oder Neurochirurgen mit einer operative Behandlungen helfen. Dabei wird das betroffene Gleichgewichtsorgan entfernt.
Spontanheilungen kommen bei vielen Schwindelerkrankungen vor und können durch entsprechende Physiotherapie sogar noch gefördert werden. Daher wird bei Schwindel eher selten operiert.