Schlafapnoe Behandlung

Diagnose

Die wichtigsten Hinweise erlangt der Arzt durch die Anamnese. Vor allem die Fremdanamnese des Partners ist meist wegweisend. Die endgültige Diagnose gelingt mit einem Monitoring des Schlafs. Meist wird diese von einem Facharzt für Lungenkrankheiten (Pulmologen) oder einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen (HNO Arzt) durchgeführt.
Bei diesem Monitoring erfolgt die Aufzeichnung des Schlafs in einem speziellen Raum mit einem Gerät das die Atemströmung, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut und Herzfrequenz misst. Von einem Schlaf Apnoesyndroms spricht der Arzt, wenn in der Aufzeichnungszeit von mindestens sechs Stunden im Durchschnitt pro Stunde mindestens zehn Apnoe-/Hypopnoe-Phasen über 10 Sekunden Dauer (pathologischer Apnoe-/Hypopnoe-Index AHI: >10) mit dem charakteristischen episodischen Abfall der Sauerstoffsättigung des Blutes nachgewiesen werden.
Eine weiterführende Untersuchung zu diesem Schlafmonitoring ist dann ein Schlaflabor. Dort werden neben den oben genannten Parametern noch andere Werte bestimmt. Dies geschieht mit einem Elektroenzephalogramm, einem Elektromyogramm und einem Elektrokardiogramm. Damit werden Hirnströme, Muskelaktivität und Herzerregungsleitung geprüft. Zusätzlich findet über die Dauer der Untersuchungen ein Video Monitoring statt. Dadurch können auch Muskelstörungen, Unruhe und Dauer der Wachphasen besser zugeordnet werden.

Therapie

Als Behandlung werden je nach Schwere und Ursache verschiedene Methoden angewendet. Wenn strukturell-anatomische Veränderungen vorliegen können diese behoben werden. Eine verbogene Nasenscheidewand kann begradigt werden, Nasenpolypen werden entfernt und eine Nasenmuschelhyperplasie kann abgetragen werden.
Allgemein wird bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion angestrebt, auf Alkohol und Schlafmittel sollte verzichtet werden. Ein Training der Rachenmuskulatur ist z.B. durch Musizieren mit Blasinstrumenten möglicht. Zudem bringt eine Veränderung von Verhaltensweisen manchmal eine Linderung. Dazu gehören das Weglassen von Koffein oder Nikotin zur Abendzeit. Die letzte Mahlzeit sollte möglichst früh zu sich genommen werden - was gleichzeitig auch die Gewichtsreduktion einfacher macht.
Als effektivste Therapie gilt die bei einem Schlafapnoe Syndrom die sog. CPAP Therapie.  (Continuous Positive Airway Pressure). Diese Geräte stammen ursprünglich aus der Intensivmedizin und erzeugen einen kontinierlichen positven Druck in den Atemwegn, so dass ein Kollabieren der Rachenmuskulatur unmöglich wird. Die Geräte verfügen über einen Schlauch der mit einer sog. CPAP-Maske verbunden ist, die mittels Kopfbändern um die Nase (oder auch seltener den Mund) auf das Gesicht gedrückt wird.
Das Tragen der Maske ist zu Beginn für den Patienten sehr ungewohnt. Nach einer Eingewöhnungszeit tritt jedoch meist eine deutliche Besserung des Schlafes auf. Die Folgeprobleme wie die Tagesmüdigkeit, die Konzentrationsstörung oder der Sekundenschlaf gehen zurück. Die Therapie ist aber lediglich symptomatisch, das heißt, es findet keine Heilung durch diese Therapie statt, lediglich die Symptome verschwinden. Das Absetzen der Therapie kann zur Folge haben, dass die Symptome wieder auftreten.
Die Geräte werden im Schlaflabor angepasst. Die Krankenkassen verlangen in letzter Zeit häufig einen Nutzungsnachweis von mehr als 4 Stunden pro Nacht, wenn sie die Behandlung weiter bezahlen sollen. Hierzu zeichnet das Atemtherapiegerät auf einer Speicherkarte die Nutzungsdauer auf.
Bei leichten Fällen von Schlafapnoe Syndromen kann auch eine sog. Protrusions Schiene eingelegt werden. Anhand von Kiefermodellen wird dabei dem Patienten vom Zahnarzt eine Schiene angepasst, die den Unterkiefer etwas nach vorne hält. Die Zunge kann dadurch im erschlafften Zustand nicht mehr zurückfallen und die Atemwege verschließen. Auch das Schnarchen kann durch diese Methode beeinflusst werden.
Eine etwas "modifizierte" CPAP Therapie stellt die TNI Therapie dar.  Die Luft gelangt dabei  durch eine kleine Nasenbrille in die Atemwege. Dadurch wird der Tragekomfort verbessert. Angewendet wird sie bei leichten bis mittelschweren Fällen der Schlafapnoe und in besonderen Fällen auch bei CPAP-Intoleranz mit schwerer Schlafapnoe.
Als Medikament hat sich lediglich das Theophyllin als eine mögliche Option in der Behandlung etabliert. Dieses Medikament wird üblicherweise zur Asthmatherapie eingesetzt und besitzt eine stimulierende Wirkung auf das Atemzentrum.
Eine mögliche Operation bei leichten bis mittelsschweren Apnoesyndromen ist die sog. UPPP, manchmal auch "Schnarch OP" genannt. UPPP steht dabei für Uvula-Palatino-Pharyngo-Plastik. Es werden bei dieser Operation Teile der Schleimhaut des Rachens gestrafft. Andere Formen dieser Operation sind die laserassistierte Uvulopalationplastik (LAUP) oder die Radiofrequenzablation des weichen Gaumens (RFA oder Somnoplasty genannt).
Die Auswirkung dieser Operation betreffen vor allem die strukturellen Probleme des Schlafapnoe Syndroms, die zentrale Beteiligung wird nicht beeinflusst, weshalb nur leichte Fälle von obstruktivem Schlafapnoe Syndrom damit beeinflusst werden könne. Der Einfluss auf das Schnarchen ist bei derartigen Operationen unterschiedlich. Nur bestimmte Schnarchtypen erfahren eine Beeinflussung und

Besserung durch eine Operation

Die zahlreichen, alternativen Methoden, die im Zusammenhang mit dem Schnarchen und dem Schlafapnoe Syndrom angeboten werden, sind sehr umstritten. Die meisten Hilfsmittel beschränken sich mittlerweile auf die Beeinflussung des Schnarchens und weniger der Schlafapnoe, da durch falsche Versprechungen und dem Auftreten von Sekundenschlaf bei Unwirksamkeit auch ein erhebliches rechtliches Risiko für die Herstellerfirmen besteht.